Salz-Wüstenfisch (Cyprinodon salinus salinus)


Attraktivität: Bleiben mit 5 cm klein. Die Männchen sind in Laichstimmung leuchtend türkisblau gefärbt.

Vorkommen: Californien Death Valley. In Quellteichen und Abschnitten des Salt Creeks.

Haltung u. Zucht: Kein Fisch für Anfänger, so dass eine ausführliche Anleitung notwendig ist. Im natürlichen Lebensraum bewegen sich die Temperaturen von 0 bis 45 °C und der Salzgehalt schwankt von leicht mineralhaltig bis zu 10 % Salzanteil (Meerwasser hat ca. 3,5 % Salzgehalt). Neben Natriumchlorid (Kochsalz) sind noch weitere Verbindungen nachweisbar, auffällig ist ein relativ hoher Gehalt an Borverbindungen und Anteile von Jod- und Bromverbindungen. Diese Bedingungen sind für die Haltung und Zucht zu berücksichtigen.

Vorteilhaft hat sich während der Sommermonate (April bis November) die Haltung im Freiland in schwarzen Behältern von 100 Liter Fassungsvermögen erwiesen. Dem Wasser wird ca. 200 g Kochsalz, 20 g Natriumhydrogenkarbonat (doppelt kohlensaures Natron) und
1 g Kaliumjodid zugesetzt. Die Behälter sollen in der Sonne stehen, damit sich Algen bilden können, und die Sonne darf das Wassser auf 35 °C erwärmen.

Der Natriumhydrogenkarbonat-Zusatz dient der pH-Stabilisierung über pH 8 und die Jodverbindung vermeidet einige Krankheiten (z.B. abstehende und geschwollene Kiemen). Empfehlenswert ist noch eine Schwimmpflanzenschicht, damit die Fische nicht herausspringen und sie nicht Opfer von Vögeln werden.

Die Hauptnahrung besteht aus Algen und Wasserinsekten, die sich im Behälter ansiedeln. Gelegentlich kann noch mit Trockenfutter nachgeholfen werden.

Wichtig ist eine regelmäßige pH-Kontrolle; wenn diese Tiere auch Temperatur- und Salzgehaltsschwankungen, Nahrungsmangel und sehr hohe Konzentrationen an bedenklichen oder giftigen Stoffen (z.B. Nitrate, Schwermetalle) tolerieren, so reagieren sie auf pH-Werte unter 7 absolut empfindlich und verenden schnell.

Im November werden die Tiere dann in den Keller versetzt und innerhalb von zwei Wochen wird die Temperatur langsam auf 28-32 °C hochgesetzt. Das Wasser enthält dann neben den Zusätzen aus der Freilandhaltung noch Borsäure und Borax.

Bei guter Fütterung (es wird alles gefressen) legen sich die Männchen ihre stahlblaue Färbung und die Weibchen einen Laichansatz zu. Die hartschaligen Eier werden in Filterwatte abgesetzt und können auch von Hand abgelesen werden und in Aufzuchtschalen gelagert werden. Die Jungen schlüpfen nach ca. zehn Tagen und hüpfen noch zwei bis vier Tage auf dem Boden herum. Nachdem der Dottersack aufgezehrt ist, fressen sie sofort frisch geschlüpfte Artemia. Die weitere Aufzucht macht dann keine Probleme mehr, wenn man auf den pH-Wert achtet. Die Jungfische werden bei gleichen Bedingungen aufgezogen und im Mai in die Freilandbecken gesetzt.

Die Alttiere werden auch bei 28-32 °C weiter gepflegt, nur wird hier die Abdeckscheibe entfernt, so dass das Wasser sich durch Verdunstung aufsalzt. Wenn das Wasser eine Salinität von zwei bis vier % erreicht hat, wird die Temperatur im Verlauf von zwei Wochen auf 15 °C gesenkt und im April werden die Fische in die Freilandteiche überführt. Um das vorhandene genetische Potenzial zu erhalten, erscheint es sinnvoll die Fische in größeren Gruppen zur Zucht anzusetzen (5 Männchen : 10 Weibchen). Der Salz-Wüstenfisch läßt sich auch unter üblichen konstanten Aquarienbedingungen halten und auch nachziehen, jedoch verändern diese Tiere schon nach der zweiten Generation ihr Aussehen, sie werden krankheitsanfälliger und sterben meistens in der dritten Generation aus. Besonderes: Der Salz-Wüstenfisch existiert unter bemerkenswerten Umweltbedingungen. Arten, Unterarten und Formen der Kalifornischen Wüstenfisch kommen nur in begrenzten, kleinen Arealen vor und sind hochgradig vom Aussterben bedroht.

(Text: Karl-Heinz Demant)

 

Link: Erfahrungsbericht Wüstenfische von Karl-Heinz Demant